„Hiwwe und driwwe“ singen für Frieden

Sängerinnen und Sänger von „hiwwe und driwwe“ formten nun den neuen, grenzüberschreitenden Chor. Mitsingen darf, wer will – Herkunft, Alter oder Konfession spielen keine Rolle. „Es geht darum, dass sich Leute zusammenfinden und Spaß am Singen haben“, sagt die ehrenamtliche Chorleiterin Martin-Seiwert. Ihr Ehemann Marc – der frühere protestantische Dekan von Wissembourg – singt auch mit.

15 bis 20 Mal im Jahr gestaltet der Kirchenchor Gottesdienste auf beiden Seiten der Grenze mit, oft auf Einladung der Kirchengemeinden. Auch bei einer Gedenkveranstaltung im elsässischen Froeschwiller war er dabei, wo 1870 die erste größere Schlacht im Deutsch-Französischen Krieg stattfand.

Längst gibt es zwar in der eng verwachsenen Grenzregion keine Schlagbäume mehr. Und doch wissen gerade die Älteren, dass der Frieden und die Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen nach vielen Kriegen eine Errungenschaft sind.

Auch deshalb nimmt der Kirchenchor besonders gerne Friedenslieder ins Programm. Etwa jeweils zur Hälfte besteht es aus französischen und deutschen Stücken, darunter ist der Choral „Jesus bleibt meine Freude“ von Johann Sebastian Bach. „Gebt dem Jesus auf dem ersten Ton ä bissel Schwung“, plädiert Chorleiterin Martin-Seiwert. Beim anschließenden französischen Stück hilft eine elsässische Sängerin ihrer Nachbarin: „Das E wird als Ö gesprochen.“

„Wir sind hier nicht Franzosen oder Deutsche, sondern Europäer“, sagt Walter Ringshauser (73), der Presbyter in seiner Kirchengemeinde in Bad Bergzabern ist. Auch Daniela Stunkel aus Bad Bergzabern schätzt das gute Miteinander. „Es sind so viele Freundschaften entstanden aus dem Chor“, sagt die Katholikin, die ursprünglich aus Berlin stammt.

Helga Richard, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlor, ist stolz, im Chor zu sein. „Er ist ein Zeichen der Völkerverständigung.“ Marguerite Dambacher aus Wissembourg nickt. Schon als Kind habe sie gerne deutsche Lieder gesungen, erzählt die Elsässerin. Das gemeinsame Singen schlage Brücken zwischen den Menschen der einst verfeindeten Nationen. „Das ist wichtig für unsere Jeunesse, die Jugend.“

Der Chorälteste, ein Senior von 85 Jahren, weiß, welche Wunden der Krieg in der Region gerissen hat. „Damals kamen wir nicht zusammen“, erinnert er sich an die Zeit der französischen Besatzung nach 1945. „Wir können froh sein, dass wir es heute tun.“

Der deutsch-französische Kirchenchor Bad Bergzabern-Wissembourg

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( https://www.ekd.de/rss/editorials.xml?)
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Dieser Beitrag verfällt am 11. März 2024.

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