Kirchliche Fastenaktionen mit Fernsehgottesdiensten eröffnet

„Komm rüber!“ Das sei mehr als ein Satz, nach dem Einsame sich sehnten und von dem Überlastete genervt seien, sagte Meister in seiner Predigt. Es sei ein Satz, der Menschen zusammenbringe. Meister, der zugleich Botschafter der Fastenaktion ist, betonte, in diesen Wochen und Monaten hörten viele Menschen ein „Kommt!“. Hunderttausende fühlten sich derzeit auf die Straße gerufen. Ein Ruf, dem viele Gehör schenkten. „’Komm!‘ Es ist dringend! Unsere Demokratie, unsere Freiheit, unsere Mitmenschen brauchen dich.“

Doch „Komm rüber!“ sei nicht immer ein Ruf, der ins Gute führe, mahnte Meister. „’Komm rüber!‘ kann auch eine dunkle Seite haben. Vertrauen wird gebrochen. Das gelte besonders für sexualisierte Gewalt in der Kirche. “Es ist zutiefst beschämend, wie sehr Beschuldigte und Verdächtige ihr Amt und das in sie gesetzte Vertrauen missbrauchten„, sagte Meister und nahm damit Bezug auf die Ende Januar veröffentlichte Missbrauchsstudie für die evangelische Kirche und die Diakonie. Bewusst seien Grenzen von Kindern und Erwachsenen überschritten und ihnen Gewalt angetan worden. “Und wir haben viel zu lange Augen und Ohren verschlossen. Wir haben die Rufe der Betroffenen nicht gehört.“

Der Gottesdienst zur Eröffnung der Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor in Ludwigshafen wurde in der ARD übertragen. Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann rief in der Kirche St. Ludwig zur Solidarität mit Menschen im globalen Süden auf, die benachteiligt und ausgebeutet würden.

Wiesemann kritisierte im Gottesdienst die „erschreckende Gleichgültigkeit vieler Menschen, die sich keinen Deut darum scheren, wie es den Bauern in Kolumbien und allen Ländern des globalen Südens geht“. Kaffee, Bananen und Orangen würden unter teilweise unmenschlichen Bedingungen angebaut, die Bauern seien Opfer von globalen wirtschaftlichen und politischen Mechanismen. Der Bischof appellierte, wachsam zu sein in Bezug auf Bestrebungen, die Demokratie, Vielfalt und Solidarität verächtlich machen wollten.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( https://www.ekd.de/rss/editorials.xml?)
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Dieser Beitrag verfällt am 19. August 2024.

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