Kirchen suchen nach neuer Friedensethik

„Wir sind nicht blauäugig“, erklärte der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing. Der Einsatz militärischer Gewalt bleibe als „Ultima Ratio, als letztes Mittel möglich oder kann sogar geboten sein, wenn Staaten oder Bevölkerungsgruppen auf schwerwiegendste Weise mit Gewaltmaßnahmen konfrontiert werden, vielleicht sogar um ihr Überleben fürchten müssen“, sagte der Limburger Bischof. Aber auch die Gegengewalt unterliege ethischen Begrenzungen, „die wir als Kirche zur Sprache bringen müssen“.

Die heutige Welt sei „spannungsreicher, unübersichtlicher, gefährlicher und gewaltsamer“ als jene um die Jahrtausendwende, als das Bischofswort zum „Gerechten Frieden“ (2000) erschien, hieß es weiter. Die katholischen Bischöfe werben in ihrem neuen Wort für friedensschaffende Maßnahmen. Dazu gehören Gewaltüberwindung durch internationales Recht, Gewaltabwehr durch Selbstverteidigung im Rahmen der rechtlichen und moralischen Grenzen sowie ethische Grenzen der Rüstungspolitik. Weitere Aspekte seien gerechtere globale Wirtschaftsbeziehungen und der Einsatz für mehr Klimagerechtigkeit.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen wird in dem neuen Friedens-Dokument auf die beiden Grundformen christlicher Auseinandersetzung mit militärischer Gewalt eingegangen, auf den Spagat zwischen christlichem Pazifismus und bedingter Gewaltlegitimation, hieß es weiter. Die Bischöfe werben für einen Dialog zwischen den in der Friedensethik vertretenen Ansätzen, „ohne deren Unterschiede verleugnen zu wollen“. Alle Stränge verfolgten ein Ziel: die Minimierung und Überwindung von Gewalt.

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine ihre friedensethischen Positionen überdenken. Eine überarbeitete Friedensethik soll bis November 2025 vorliegen. Die letzte entsprechende Denkschrift ist von 2007.

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Nachrichten ( https://www.ekd.de/rss/editorials.xml?)
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Dieser Beitrag verfällt am 22. August 2024.

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