Bischöfin Fehrs: „Gewalt und Sprachlosigkeit beim Namen nennen“

Die amtierende Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs ruft auf dem Katholikentag zur Überwindung von Gewalt gegen Frauen auf

In einem Ökumenischen Frauengottesdienst auf dem Deutschen Katholikentag in Erfurt hat die amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, an die Gewalt erinnert, der Frauen tagtäglich weltweit ausgesetzt sind. Die Gewalt und die Erniedrigungen, die Frauen im Alltag und ganz besonders im Krieg erleiden, bleibe auch heute noch im Hintergrund. „Und wenn die Gewalttaten erwähnt werden, dann in einer Sprache, die sie furchtbar verharmlost“, so Bischöfin Fehrs in ihrer Predigt in der Erfurter Hohen Domkirche St. Marien.

„In Deutschland stirbt fast jeden dritten Tag eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners. Die Berichterstattung spricht dann oft von einem „Familiendrama“. Erst allmählich wächst das Bewusstsein für das Ausmaß dieser Gewalt, die Frauen wegen ihres Geschlechts oder wegen bestimmter Vorstellungen von Weiblichkeit erfahren.“

Ein besonderes Kapitel sei dabei die sexualisierte Gewalt, die Frauen in Kriegen erleiden. „Seit Jahrtausenden gibt es diese Kriegsgewalt gegen Frauen“, so Bischöfin Fehrs. „Soldaten oder bewaffnete Milizen nutzen ihre Macht und den Zusammenbruch rechtsstaatlicher Kontrolle aus, um auf grausamste Weise Frauen in ihrer Integrität zu zerstören“, so Bischöfin Fehrs.

„Wir sind aufgefordert, die Gewalt und Sprachlosigkeit beim Namen zu nennen und für die Leidenden, Verfolgten, politisch Gefangenen oder Getöteten die Stimme zu erheben und Empathie zu wecken. Namen wie Jina Mahsa Amin. Shani Louk. Mercedes Kierpacz. Shireen Abu Akleh. Maria Kolesnikowa. Say their names!“

„Auch in den aktuellen Kriegen und bei Terroranschlägen sind Frauen besonders von Gewalt betroffen. Es ist ein Erfolg der weitweiten Frauenrechtsbewegung, dass diese Gewalt gegen Frauen mittlerweile thematisiert und ernst genommen wird und internationale Reaktionen hervorruft“, so die amtierende Ratsvorsitzende.

Umso wichtiger sei es, Frauen bei der Anerkennung ihres Leids zu unterstützen und sich konsequent für den Frieden einzusetzen: „Jeder Einsatz für den Frieden macht einen Unterschied, also: lassen wir uns in Bewegung bringen. Auch wenn wir die Probleme als übermächtig empfinden, wenn wir verzweifeln am Leid dieser Welt, wenn wir meinen, dass all unser Einsatz viel zu langsam viel zu wenig zu verändern scheint – unser Tun ist eben nicht vergeblich.“

Am Sonnabend (1.6.) gestaltet die amtierende Ratsvorsitzende Bischöfin Kirsten Fehrs um 9.30 Uhr eine Bibelarbeit in der Augustinerkirche (Augustinerstr.7). Den mit „Siehst Du diese Frau?“ überschriebenen biblischen Dialog zu Lukas 7,36-8,3 wird sie mit dem katholischen Bischof Franz Jung aus Würzburg führen. Über den gleichen biblischen Text sind zeitgleich Prälatin Anne Gidion und Eva M. Welskop-Deffaa im Großen Saal der Alten Oper (Theaterstr. 1) im Dialog.

Weitere Termine mit evangelischer Beteiligung finden sich auf www.katholikentag.de.

Kontakt zur Pressestelle der EKD auf dem Katholikentag:
Carsten Splitt unter 0151-121 342 83

Hannover, 31. Mai 2024

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

Quelle: Evangelische Kirche in Deutschland: Presse ( https://www.ekd.de/rss/presse.xml?)
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Dieser Beitrag verfällt am 1. Dezember 2024.

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